Das Gebäudekonzept

 

Modell Kennzeichen des Hamburg Houses ist neben seiner Architektur die Konzeption eines Passivhauses mit  dem weltweit höchsten  energetischen Standard. Der Primärenergiebedarf von unter 50 Kilowattstunden pro Quadratmeter und Jahr (kWh/m2a)für den Betrieb des Gebäudes, ist einer extremen Klimazone wie Shanghai bisher einmalig und wird Referenzcharakter besitzen. Zum Vergleich: In Deutschland gilt ein Primärenergie-Bedarf von 360 kWh/m2a und mehr als normal für neu errichtete Bürogebäude. Erreicht wird der niedrige Energiebedarf des Hamburg House durch eine hoch gedämmte, luftdichte und wärmebrückenfreie Gebäudehülle und den Einsatz regenerativer Energien.

Der Energiebedarf

Die Prinzipien energiesparenden Bauens im Passivhausstandard wurden unter Berücksichtigung des Klimas in Shanghai umgesetzt. Das Gebäude bietet hohen Aufenthaltskomfort bei einem Heizwärmebedarf von weniger als 15 kWh/m²a und einem Primärenergiebedarf von unter 50 kWh/m²a für den Betrieb des Gebäudes. Diese sensationelle Energieeinsparung erreicht das Hamburg House durch eine Optimierung der Architektur, der Gebäudehülle und der eingesetzten Energietechnik. Ein kompakter, massiver Baukörper mit gut gedämmter, luftdichter und wärmebrückenfreier Gebäudehülle reduziert den sommerlichen und winterlichen Energieverbrauch für Heizen und Kühlen. Passive Wärmequellen wie Sonne, Mensch oder Haushaltsgeräte decken den größten Teil des Wärmebedarfs. Sonnenstandsgeführte Schiebeläden schützen in der warmen Jahreszeit vor Überhitzung der Räume.

Kühlung und Wärme

Modell Hamburg House Die zentrale Lüftungsanlage führt allen Räumen im Gebäude erwärmte oder gekühlte und entfeuchtete Frischluft zu. Die Energiegewinnung für Gebäudeheizung, Kühlung , Lüftung und Entfeuchtung erfolgt über eine Geothermie-Wärmepumpe auf Basis von Energiepfählen. Ein Glykol-Wassergemisch wird in einem Kunststoffrohrleitungsnetz zum Wärmeaustausch durch die für die Gründung ohnehin erforderlichen 35 Meter tiefen Bohrpfähle geleitet. Die Wärmepumpe komprimiert die Kälte bzw. Wärme und überträgt sich über einen Wärmetauscher auf einen Warm- oder Kaltwasserkreislauf. Die Heizung und Kühlung selbst wird durch Betonkerntemperierung der Geschossdecken und über raumlufttechnische Anlagen mit hochwirksamer Wärmerückgewinnung erzielt.

Lüftung

Für Frischluft sorgt eine Komfortlüftung mit Wärmerückgewinnung. Die auf dem Dach befindliche zentrale Lüftungsanlage wird mit einer hocheffizienten Wärmerückgewinnung mit einem Wirkungsgrad von mind. 90 % im Heizfall und 80 % im Kühlfall ausgestattet. Eine auf dem Dach platzierte, 450 qm große Photovoltaikanlage liefert ca. 80 % der benötigten elektrischen Energie für den Betrieb und die Nutzung des Gebäudes.

Wasserbedarf

Wassersparende Armaturen neuester Generation reduzieren den Wasserbedarf entscheidend.

Beleuchtung

Im gesamten Gebäude werden über Präsenzmelder aktivierte energiesparende Beleuchtungssysteme verwendet. Später ist der Einsatz einer Tageslichtsimulation mit dem Programm SIVIEW geplant.

Hamburg House

Qualitätssicherung

Die Qualität der Bauausführung bestimmt die Wirksamkeit energiesparender Einbauten maßgeblich. Experten sehen die Planungsunterlagen speziell auf energetische Anforderungen durch und begleiten laufend den Bauprozess. Die Verwendung der eingesetzten Materialien und der fachgerechte Einbau werden vor Ort geprüft. Im Qualitäts-Sicherungs-Verfahren werden die „drei Gleichzeitigkeiten" berücksichtigt, d.h.: In den drei Bauabschnitten Konzept/ Planung, Ausführung/Konstruktion und Bauausführung/ Fertigstellung finden jeweils Zertifizierungen statt. Zusätzlich wird nach jeder Fertigstellung geprüft, ob die gewünschten Werte eingehalten wurden.

Energiemanagement

Schließlich verfügen alle Versorgungs-Installationen über eine Gebäudeleittechnik, die ein Energiemanagement ermöglicht. Durch die so erhobenen Daten werden die Kosten für Verwaltung und stark verkleinert. Darüber hinaus ermöglichen die Daten ein umfassendes Facility-Management-System für den Betrieb.

Home of Hidden Energies

Hamburg Haus Rückenansicht (Spengler & Wiescholek) Das Hamburg House verkörpert im konkreten wie übertragenen Sinne die „verborgenen Energien" nachhaltiger Baukultur. Die Besucher der Ausstellung erfahren sich als Teil des Gebäudes, das sie durch ihre eigene Energie und Initiative beeinflussen können. Gebäude und Besucher stecken voller verborgener Energien, die es zu entdecken gilt. Passivität wird als verborgene Aktivität der menschlichen und architektonischen Potenziale verständlich. Das Expo-Motto „Better City, Better Life", ergänzt durch „Better Building", wird in der Ausstellung konkretisiert.